Unterwegs mit dem Hund: Parasitenalarm im Frühjahr – so vermeiden Sie Zeckenbisse

So vermeiden Sie Zeckenbisse

Ach wie schön! Langsam aber sicher sind Frühling und steigende Temperaturen – und zwar dauerhaft und nicht nur als flüchtige Kurzbesucher im üblichen Grau-in-Grau – in Sicht und für Mensch und Hund heißt es dann wieder ausgiebig über die Wiesen tollen, durch die Wälder streifen und am Ufer des Baggersees planschen. Doch so sehr wir die Zeit im Freien auch genießen, mit dem Frühjahr kommen auch ungebetene Nebenerscheinungen in Form von Ungeziefer und Parasiten, allen voran die Zecke. Um Hund und Herrchen vor diesen zu schützen oder um diese wieder los zu werden, haben wir ein paar praktische Tipps für Sie zusammengestellt, damit Ihnen die Frühlingsvorfreude garantiert nicht verdorben wird.

Vorab haben wir für Sie in ein paar Punkten zusammengefasst, was Zecken eigentlich sind, wo Sie sie finden und warum sie nicht nur unangenehm sondern auch gefährlich sein können. Anschließen gibt es alles rund um das Vorbeugen eines Zeckenbisses sowie das richtige Entfernen der Parasiten.

  • Was sind Zecken?
  • Zecken sind blutsaugende Parasiten, die der Ordnung der Milben zuteilt werden, die sich an Wirbeltieren – wozu eben auch unser liebster Freund der Hund, aber auch wir Menschen gehören – verbeissen. Dabei entsteht eine Wunde durch die die Zecke Speichel in den Körper abgibt. Dieser hemmt die Blutgerinnung, sodass sich die Zecke sich ungehindert vollsaugen kann. Der Speichel der Zecke enthält oftmals auch Bakterien, Viren und Krankheitserreger.

    Vorkommen: In Deutschland findet man ca. 20 verschiedene Zeckenarten. Die am häufigsten vorkommende Art, die auch sehr gerne Menschen als Wirt benutzt, ist die Schildzecke, auch als Gemeiner Holzbock bekannt. Auch die Braune Hundezecke kommt in den warmen Jahreszeiten sehr häufig vor.

    Wirtfindung: Es gibt zwei Arten für eine Zecke an einen Wirt zu gelangen. Erstens sie wartet. Auf einer Pflanze lauernd, steckt sie ihre vorderen Beine t-förmig aus und wartet auf den Kontakt mit einem Wirt. An diesem klammert sie sich dann fest und krabbelt Richtung Haut, wo sie sich verbeissen kann. Diese Strategie wendet zum Beispiel der Gemeine Holzbock an. Eine andere Methode ist das Jagen. Hier krabbelt die Zecke auf der Suche nach einem Wirt voran. Sie schafft bis zu 8 Meter pro Stunde und ist damit schneller als eine Weinbergschnecke.

    Saugvorgang: Männlich Zecken benötigen für ihre eigene Ernährung nur wenige Tage am Wirt. Weibchen hingegen können sich sogar mehrere Woche lang festsaugen. Sie benötigen die Blutmahlzeit nicht nur für die eigene Nahrungszufuhr sondern auch für die Produktion ihrer Eier. Sie können nach einen ausgedehnten Mahlzeit eine Größe von bis zu 3 cm erreichen.

    Nach dem Saugvorgang: Vollgesagt lassen sich Zecken einfach vom Wirt abfallen. Die Weibchen suchen sich dann eine geschützte Stelle um ihre Eier abzulegen. Dies kann mehrere Tage dauern. Schildzecken-Weibchen sterben nach der Eiablage wohingegen andere Zeckenarten bis zu sieben Eiablagen überstehen. Zu jeder Eiablage ziehen sie sich zurück und warten danach auf einen neuen Wirt. Dies kann u.a. mehrere Jahre dauern.

  • Warum sind Zecken gefährlich?
  • Wie bereits erwähnt übertragen Zecken nicht selten gefährliche Erreger. Bei Menschen lösen Sie u.a. folgende Krankheiten aus: Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose, Rickettsiosen, Neoehrlichiose. Einige davon können sogar lebensbedrohlich sein.

    Aber nicht nur der Mensch kann sich durch einen Zeckenbiss mit diversen Erregern infizieren. Auch unsere Vierbeiner sind vor diesen Krankheitserregern nicht sicher.

    Daher gilt: Lassen Sie ihren Hund unbedingt gegen Borreliose impfen und kontrollieren Sie Ihren Liebling regelmäßig gründlich auf Zeckenbefall.

    So vermeiden Sie Zeckenbisse beim Hund

  • Wie kann ich einem Zeckenbiss vorbeugen?
  • Es gibt verschiedene wirksame Methoden Zeckenbissen vorzubeugen. Dazu gehören z.B. Präparate, die auf die Haut oder das Fell aufgetragen werden, Zeckenhalsbänder oder auch Kautabletten, die von innen wirken. Wir haben einmal die Vor- und Nachteile der gängigsten Methoden zur Vermeidung von Zeckenbissen für Sie recherchiert.

    Spot-On Präparate

    Spot-On Präparate sind die häufigste Methode Zecken abzuwehren bzw. beim Biss das Ungeziefer abzutöten. Daher unterscheidet man zwischen „Repellent“, welches das Anheften der Zecke im Vornherein abwehren soll und „Kontaktantiparasitika“. Hierbei dringt nach dem Biss und Anheften, beim Saugen des Blutes ein Wirkstoff in die Zecke ein, der sie abtötet bevor sie Erreger übertragen kann. Beide Mittel sind sehr wirksam.

    Vorteil:

    Einfache Anwendung – Entweder das Präparat wird im Nachen des Hundes auf die Haut gegeben, wo es sich über die Talgschicht der Haut auf den gesamten Körper verteilt oder mittels Spray auf dem gesamten Fell verteilt wird.

    Hohe Wirksamkeit – Die Wirkung von diversen Spot-On Präparaten wurde in Untersuchungen der Stiftung Warentest bestätigt.

    Vielseitigkeit – Repellants sollen sogar u.a. auch Stechmücken fernhalten.

    Nachteil:

    Zeit zum Einziehen – Da sich das Präparat über die Haut und das Fell Ihres Vierbeiners langsam verteilen muss, sollten er zwei Tage lang nicht mit Wasser in Kontakt kommen. Das heißt: Duschen, Baden und Schwimmen sind in der Zeit untersagt. Außerdem sollten Sie in den ersten Stunden nach dem Auftragen auf ausgiebiges Kuscheln und Schmusen verzichten.

    Anwendung:

    Alle 4 Wochen.

    Kautabletten

    Kautabletten wirken im Grunde genauso wie Spot-On Kontaktantiparasitika, sprich, sie verhindern nicht den Zeckenbiss, töten den Parasit jedoch ab, sobald dieser mit dem Blutsaugen beginnt. So vermeidet man die Infizierung des Hundes mit durch Zecken übertragene Krankheiten.

    Vorteil:

    Keine Wartezeiten – Da die Kautabletten von innen Wirken und daher kein Einziehen des Präparates notwendig ist, können Sie und Ihr Hund sofort wieder die schönen Seiten des Lebens genießen. Schmusen und Planschen? Kein Problem.

    Einfache Anwendung – Da das Produkt in kleinen, für unsere Fellnasen wohlriechenden Drops kommt, sind die Kautabletten schneller verschwunden als man schauen kann. Daher ist die Eingabe so einfach wie die Belohnung mit einem Leckerli. Und Ihr Hund hat auch noch Freude daran.

    Nachteile:

    Soweit sind keine Nachteile bekannt.

    Anwendung:

    Alle vier Wochen.

    Zeckenhalsbänder

    Zeckenhalsbänder geben ihren Wirkstoff über Monate auf die Haut des Hundes ab. Sie wirken also im Grunde wie Spot-Ons.

    Vorteil:

    Gute und lange Wirkung – Zeckenhalsbänder haben eine lange und gute Wirkungsdauer. Sie können einige Monate getragen werden.

    Nachteile:

    Gerade bei Touren durch den Wald oder bei Ausflügen Ihres Vierbeiners ins Unterholz oder durch Hecken, erhöht sich die Gefahr, dass er mit dem Halsband an Ästen oder dergleichen hängen bleibt. Außerdem kann as Halsband so auch leicht verloren gehen.

    Anwendung:

    Das Halsband kann mehrere Monate getragen werden.

    Ätherische Öle und Hausmittlechen

    Auch wenn im Internet häufig auch von einem Zeckenschutz durch die Verwendung von ätherischen Ölen, wie beispielsweise Zitronella, Lavendel- oder Teebaumöl berichtet wird, raten wir von dieser Art de Parasitenabwehr ab. Diese Wirkstoffe sind fast unwirksam und können zusätzlich sogar die Haut und Schleimhäute Ihres Hundes reizen.

    Auch Hausmittelchen wie Knoblauch sollten unter keinen Umständen verwendet werden um einem Zeckenbiss vorzubeugen. Der Geruch, den wir Menschen bereits als unangenehm empfinden, ist für Ihren Hund und sein Sinnesorgan noch viel intensiver. Außerdem ist Knoblauch für Hunde giftig. Vermeiden Sie also unbedingt, dass Ihr Hund sich an den Umgang mit Knoblauch gewöhnt. Sollte er ihn nämlich dann doch mal zwischen die Zähne bekommen und fressen, droht eine lebensbedrohliche Blutarmut. Hund und Knoblauch sollten daher einfach voneinander getrennt bleiben.

  • Was kann ich selbst tun, um meinen Hund vor Zeckenbissen zu schützen?
  • Auch wenn Zecken, anders als beim Menschen, wo sie sich warme und gut durchblutete Stelle, wie die Achseln oder Kniekehlen suchen, um sich zu verbeissen, bei unseren Lieblingsvierbeinern relativ schnell anlegen, sollte man es nicht versäumen bereits nach dem Spaziergang den Hund auf mögliche Zecken im Fell zu untersuchen. So entdeckt man nicht nur bereits sitzende Zecken bevor sie sich zu dicken Knubbeln vollgesogen haben und können diese schnell entfernen, bevor ihre Erreger in den Körper Ihres Hundes eindringen können, sondern hat such die Chance noch krabbelnde Parasiten im Fell zu finden und dementsprechend abzustreifen bevor sie sich verbeissen. Diese Kontrolle kann nach einem Spaziergang vor der der eigenen Haustür oder aber bevor Sie Ihren Liebling in seine Hundebox ins Auto lassen geschehen.

    Auch das Ausbürsten mithilfe einer Hundebürste und Zeckenkämmen kann ungebetene Gäste noch vor dem Biss entfernen.

    Wichtig ist auch, dass die Textilien in der Hundetransportbox sowie im heimischen Hundekörbchen noch einmal kontrolliert werden, denn auch dort können abgestreifte Zecken erneut auf Ihren Hund warten.

  • Wie entferne ich eine Zecke?
  • Trotz aller Vorsicht und dem Vorbeugen mit Präparaten, können sich aber dennoch Zecken an Ihrem Hund zu schaffen machen. Um diese zu entfernen gibt es verschiedene Methoden. Geeignete Zangen oder Pinzetten findet man im Handel. Prinzipiell ist es wichtig zu wissen, dass eine Zecke kleine Wiederhaken besitzt, mit denen sie sich fest an und in der Haut verankern. Daher ist die richtige Technik wichtig, um die Zecke wenn möglich komplett zu entfernen. Und so wird’s gemacht:

    1. Freilegen – Versuchen die das Fell Ihres Hundes so gut es geht zur Seite zu schieben, sodass die betreffende Hautpartie und die Zecke freigelegt sind. Damit vermeiden Sie nicht nur, dass Sie nicht sehen können, wo sie ansetzen müssen, sondern ersparen Ihrem Hund auch noch das Herausrupfen mehrerer Haare.

    2. Ansetzen – Versuchen sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche zu greifen. Der Körper der Zecke sollte, egal ob Sie mit einer Pinzette oder Zuckerzange arbeiten, nicht gequetscht werden, da bei Verletzungen noch mehr Erreger freigesetzt werden können, die dann wiederum Ihren Hund befallen könnten.

    3. Vorsichtiges Entfernen – Ob man drehen, helbeln oder ziehen sollte, um eine Zecke zu entfernen, darin scheiden sich die Geister. Egal wie es für Sie am besten klappt, wichtig ist, dass das Ganze langsam und behutsam passiert.

    Machen Sie sich nicht so viele Gedanken, falls trotz aller Vorsicht beim Entfernen noch einzelne Teile der Zecke in der Haut verbleiben sollten. Die Haut Ihres Hundes wird diese mit aller Wahrscheinlichkeit selbst sehr schnell abstoßen.

    4. Nachsorge – Bitte beobachten Sie in den Tagen nach der Zeckenentfernung die betroffene Hautpartie Ihres Hundes. Treten Entzündungen, ungewöhnliche Rötungen und Anzeichen von Krankheitssymptomen auf, sollten Sie diese unbedingt mit Ihrem Tierarzt besprechen.

    Wichtig: Auch wenn Hausmittelchen wie Benzin, Nagellackentferner oder Klebstoff überall im Internet als hilfreiche Tipps zum Entfernen von Zecken angepriesen werden, sollten Sie diese auf keinen Fall benutzen. Nicht nur die Gefahr, dass die Zecke bei der Verwendung kaputt geht und Ihre Erreger freisetzt, sondern auch eine weitere Infektion oder Entzündung der Hautwunde Ihres Hundes ist dringend zu vermeiden.